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LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE

Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci

3. November 2021 / 10:00 10. April 2022 / 18:00

Hände aus Silber, die u.a. Namensgeber für die Ausstellung "Löwen - Sphingen - Silberhände" sind.
Silberhände aus Vulci (Foto: Fondazione Vulci).

Unter den bedeutenden Städten der Etrusker besitzt Vulci aufgrund seiner landschaftlich reizvollen Lage in einer sehr dünn besiedelten Zone der südlichen Maremma eine ganz besondere Atmosphäre, die bereits Schriftsteller und Forschungsreisende des 19. Jahrhunderts faszinierte. Die Einsamkeit der Lage begünstigte jedoch, dass die großen Nekropolen Vulcis seit dem 18. Jh., vor allem aber in der ersten Hälfte des 19. Jhs., der Ausplünderung durch Raub- und Schatzgräber in besonderem Maße ausgesetzt waren. Eine Gefahr für das Kulturerbe, die auch heute trotz der erfolgreichen Tätigkeit des Archäologie- und Naturparkes Vulci, der staatlichen Aufsichtsbehörde und des Nationalmuseums im Castello dell’Abbadia noch immer nicht ganz gebannt ist.

Funde höchster Qualität – darunter Tausende attischer Vasen – wurden seit dem 19. Jh. über nahezu die ganze Welt verstreut und gelangten in bedeutende Museen in Europa (z. B. Rom, Florenz, Berlin, München, Würzburg, Frankfurt, London und Paris) und Nordamerika. Damit teilen sie das Schicksal mit vielen anderen Funden aus Etrurien, die ebenso aus ihrem Fundzusammenhang gerissen und meist ohne genaue Fundortangabe durch private Stiftungen oder Ankäufe in private oder öffentliche Sammlungen kamen. Ohne Kenntnis der Herkunft und des Fundkontextes bleiben diese zuweilen herausragenden Objekte in ihrem kulturhistorischen Aussagewert für immer eingeschränkt und tragen mitunter zur fortgesetzten Tradierung längst überkommener Vorstellungen und dem nach wie vor populärem Klischee «rätselhafter Etrusker» bei.

Das Archäologische Museum Frankfurt bezweckt mit der Sonderausstellung „LÖWEN – SPHINGEN – SILBERHÄNDE. Der unsterbliche Glanz etruskischer Familien aus Vulci“, einem italienisch-deutschen Gemeinschaftsprojekt, Einblicke in die moderne Archäologie der Etrusker zu vermitteln, indem nicht kunsthistorisch-ästhetische Aspekte einzelner Fundobjekte in den Mittelpunkt gestellt, sondern vielmehr ausschließlich vollständige, sachgemäß geborgene Grabinventare präsentiert werden. Diese reich ausgestatteten Gräber von Mitgliedern führender Familien aus Vulci spiegeln beispielhaft ausgewählte Aspekte der Entwicklung der etruskischen Kultur zwischen dem 8. bis zum frühen 3. Jh.
v. Chr. wider, als Rom die Herrschaft über Etrurien erlangte.

Ausgestellt werden unter anderem das exzeptionelle «Grab der Silberhände» aus der Osteria-Nekropole und das «Grab des vergoldeten Skarabäus» aus der Nekropole Poggio Mengarelli, die 2013 und 2016 zutage kamen und ins 7. Jh. v. Chr. datiert werden.
Aufsehenerregend sind ferner die monumentalen Steinskulpturen geflügelter Löwen, Sphingen und Panther aus dem 6. Jh. v. Chr.
Die engen Beziehungen zwischen Vulci und dem Rom der Königszeit werden anhand von Funden vom Forum Romanum und Palatin dargestellt.


Die Ausstellung ist durch intensive Zusammenarbeit der Projektpartner Archäologisches Museum Frankfurt, Fondazione Vulci, Parco del Colosseo und Soprintendenza für Archäologie, Bildende Kunst und Landschaft für die Metropolregion Rom, die Provinz Viterbo und Süd-Etrurien entstanden. Die Sonderausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Generalkonsul Andrea Esteban Samá, Consolato Generale d’Italie, Francoforte sul Meno/Generalkonsul von Italien, Frankfurt am Main.

Archäologisches Museum Frankfurt

Karmelitergasse 1
Frankfurt am Main, 60311 Deutschland