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Lives of the Gods – Divinity in Maya Art

21. November 2022 / 10:00 2. April 2023 / 17:00

Gesamtansicht der Ausstellung Lives of the Gods – Divinity in Maya Art im Metropolitan Museum New York: im Vordergrund steht eine runde, reliefverzierte Säule aus Campeche, auf der eine thronende Person mit großem Kopfschmuck zu sehen ist. Im Hintergrund sind Vitrinen mit kleineren Objekten und eine Stele aus Toniná, deren Relief eine stehende Person mit vor der Brust verschränkten Armen zeigt.
Gesamtansicht der Ausstellung, mit einer runden Säule aus Campeche im Vordergrund und, neben anderen Objekten, einer Stele aus Toniná im Hintergrund. (Foto: Jorge Pérez de Lara)

Selbst während ihrer klassischen Periode (250 n. Chr. – 900 n. Chr.) besaßen die alten Maya keine Metallwerkzeuge und waren technisch gesehen eine neolithische Kultur. Dennoch entwickelten sie ein ausgeklügeltes Schriftsystem, das in der Lage war, jede Nuance ihrer Sprache aufzuzeichnen, ein tiefes Verständnis der Mathematik —einschließlich der Verwendung der Null—, ein außerordentlich genaues astronomisches Wissen sowie zahllose Stadtstaaten unterschiedlicher Größe und Bedeutung, deren Kerne aus komplexen steinernen Elitenresidenzen, Tempeln und Verwaltungsgebäuden bestanden, dank fortschrittlicher landwirtschaftlicher Praktiken, die die Entwicklung einer komplexen Gesellschaft unter den rauen Bedingungen des tropischen Regenwaldes ermöglichten. Das meiste, was heute davon noch erhalten ist, sind die Ruinen von Palästen, Tempeln, Straßen und anderen Steinbauten. Viele von ihnen beherbergen Gräber der Elite, die oft eine Fülle an Gegenständen enthalten.

In den letzten Jahrzehnten hat die Erforschung der alten Maya große Fortschritte beim Verständnis ihrer Gesellschaft und ihrer Kunst gemacht, die oft von Texten und einer reichen Ikonographie begleitet wird. Wir kennen jetzt die Namen der Herrscher, von anderen Elitemitglieder und ihrer Schutzgötter. Die Ausstellung Lives of the Gods befasst sich mit diesen Gottheiten und zeigt eine Sammlung erstaunlicher Objekte aus vielen verschiedenen Materialien, von fein bemalten Keramikgefäßen über kunstvoll geschnitzte Steinmonumente und Throne bis hin zu exquisiten Objekten aus Muscheln, Knochen und Jade, auf die zarte Texte und Szenen geätzt wurden. Einige dieser Objekte dürfen nur selten die Einrichtungen verlassen, in denen sie regelmäßig aufbewahrt werden, und viele sind zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich.

Laut des Mayaglauben mussten die verschiedenen Götter richtig gepflegt werden, einschließlich der Ernährung und Bekleidung ihrer Bildnisse, damit sie den Menschen ihre Gunst gewähren konnten. Diese übernatürlichen Wesen haben oft die Eigenschaften verschiedener Tiere und sogar Pflanzen aus der natürlichen Welt in sich vereint. Einige von ihnen waren in der Lage, sich in verschiedene Formen zu verwandeln und hatten unterschiedliche Kräfte und Eigenschaften. Sie waren in der Lage, ihr entsprechendes Reich (den Himmel und die Unterwelt) zu verlassen und dorthin zurückzukehren, und manifestieren sich oft in Raum und Zeit der Menschen, wo sie großen Nutzen bringen, aber auch großen Schaden anrichten können, je nachdem, ob die menschlichen Herrscher, die als Vermittler zwischen den Göttern und der Gemeinschaft fungierten, die rituelle Verehrung richtig ausüben.

Die in der Ausstellung gezeigten Objekte zeigen nicht nur den physischen Aspekt dieser Götter, sondern stellen oft auch ihre Rollen und Geschichten anschaulich dar und machen sie so zu einem wichtigen Teil der menschlichen Welt. Die Objekte selbst sind sensibel beleuchtet, sodass sie am besten zur Geltung kommen und den Betrachter näher an das Drama der menschlichen Interaktion mit diesen einzigartigen Figuren heranführen.

Autor: Jorge Pérez de Lara

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The Metropolitan Museum of Art

1000 Fifth Avenue
New York, New York 10028 Vereinigte Staaten