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Heinrich Schliemann und Heidelberg

Januar 20 / 10:00 Juli 10 / 16:30

Ausstellungsplakat zu "Heinrich Schliemann und Heidelberg. Eine Spurensuche". Das Plakat zeigt im Hintergrund eine schwarz-weiß Fotografie von Troja, im Mittelgrund Heinrich Schliemann, seine Frau Sophia, zwei weitere Personen und eine griechische, antike Büste. Im Vordergrund befindet sich eine Zeichnung von Heidelberg. Im oberen Drittel des Plakats sind zudem die Adresse der Ausstellung und deren Datum und Öffnungszeit angegeben.
Plakat zur Ausstellung „Heinrich Schliemann und Heidelberg“ (Foto: Universität Heidelberg).

Erfolgreicher Geschäftsmann, Sprachgenie, Weltreisender: Bis heute ist der Name Heinrich Schliemann (1822 bis 1890) vor allem aber mit den Ausgrabungen der antiken Stadt Troia eng verbunden. Zum 200. Geburtstag des berühmten Archäologen zeigt das Universitätsmuseum Heidelberg eine Ausstellung, in der es um die besonderen Verbindungen Schliemanns zur Universitätsstadt am Neckar geht. Ein zentraler Teil dieser Präsentation widmet sich dem dreiwöchigen Aufenthalt, den er im Jahr 1888 in der Stadt verbrachte. Zugleich werden die Beziehungen zu Heidelberger Gelehrten näher beleuchtet. Zu sehen sind unter anderem schriftliche Dokumente sowie originale Troia-Fundstücke, die zum Bestand der Antikensammlung an der Ruperto Carola gehören.

Vor seiner archäologischen Tätigkeit war Heinrich Schliemann in der Geschäftswelt erfolgreich. In den 1850er und 1860er Jahren führte er in St. Petersburg ein eigenes Handelshaus und brachte es mit Spekulationsgeschäften zu viel Geld. Fasziniert von den antiken Epen Homers, wandte er sich der Archäologie zu, um die mythische Stadt Troia zu finden. Seine Ausgrabungen, die er von den 1870er Jahren an auf dem Siedlungshügel Hisarlık in der heutigen Türkei durchführen ließ, finanzierte er aus seinem Geschäftsvermögen. Mit seinen Funden erlangte er weltweite Bekanntheit. Auf einer seiner zahlreichen Reisen besuchte Schliemann mit seiner Familie im Jahr 1888 auch Heidelberg. Dieser Besuch bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung, die nun im Universitätsmuseum gezeigt wird. Studierende der Universität Heidelberg haben sie umgesetzt, angeleitet von Privatdozentin Dr. Stefanie Samida vom Historischen Seminar und Dr. Polly Lohmann vom Institut für Klassische Archäologie und Byzantinische Archäologie.

Wie die beiden Wissenschaftlerinnen betonen, war Heinrich Schliemann nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, ein Sprachgenie und Weltreisender, sondern darüber hinaus auch ein geschickter Selbstvermarkter. Bis heute prägt der Autodidakt das Bild der Archäologie, obwohl seine Grabungsmethoden bereits zu seiner Zeit kontroverse Diskussionen auslösten. Diese Debatte wird auch in der Ausstellung thematisiert. „Kritik nahm Schliemann dabei meist persönlich“, sagt Dr. Lohmann. Zu seinen Kritikern zählte zum Beispiel Karl Bernhard Stark, der damals Klassische Archäologie an der Universität Heidelberg lehrte. Enge Beziehungen unterhielt Heinrich Schliemann zu Friedrich von Duhn, dem Nachfolger Starks auf dem Heidelberger Lehrstuhl. Anders als Stark gehörte von Duhn zu den Unterstützern Schliemanns. Er nahm 1889 auch an der ersten Troia-Konferenz teil, über die in der Ausstellung ebenfalls informiert wird.

Eine weitere Verbindung zu Heidelberg stellen die sogenannten Troia-Dubletten dar, die Teil der Antikensammlung der Universität sind. Dabei handelt es sich um archäologische Objekte aus Troia, die mehrfach gefunden und deshalb nach Schliemanns Tod zu Lehr- und Ausstellungszwecken an verschiedene Museen und Sammlungen verschenkt wurden. Mit über 900 Stücken gehört die Universität Heidelberg zu den Institutionen mit der weltweit größten Anzahl solcher Dubletten. Eine Auswahl dieser Objekte ist in der Ausstellung zu sehen.

Die Ausstellung „Heinrich Schliemann und Heidelberg: Eine Spurensuche“ wird vom 20. Januar bis 10. Juli 2022 im Universitätsmuseum Heidelberg gezeigt. Sie ist von Donnerstag bis Samstag (außer an Feiertagen) von 10.30 bis 16.30 Uhr geöffnet; im Januar bleibt das Museum samstags geschlossen. Der Zutritt erfolgt über den Universitätsshop, Augustinergasse 2. Für einen Besuch gilt der 2G plus-Nachweis sowie FFP2-Maskenpflicht. Zu beachten ist die Einhaltung der tagesaktuellen Coronaregeln. Begleitend zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm, das sowohl Führungen wie auch eine im Februar beginnende Vortragsreihe umfasst. Die genauen Termine finden sich in einem begleitenden Blog zur Ausstellung.

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