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Der Papyrus von Qenna in Leiden

Juni 22 September 4

Ausstellung „De papyrus van Qenna – Magische spreuken voor het hiernamaals“ über das ägyptische „Totenbuch“ und groß angelegtes Restaurierungsprojekt im Rijksmuseum van Oudeheden in Leiden

Animation Papyrus Qenna: das Grab (Bild: Rijksmuseum van Oudheden).

Eine mehr als 17 m lange und 3000 Jahre alte ägyptische Papyrusrolle voller Zaubersprüche, Götter und Symbole: das ist das „Buch der Toten“ von Qenna, einem Händler aus dem alten Ägypten. Es ist der längste Papyrus in der Sammlung des Nationalen Museums für Altertümer in Leiden. In den vergangenen drei Jahren wurde es restauriert. In der Ausstellung „Der Papyrus von Qenna“ ist das farbenfrohe Manuskript zum ersten Mal seit seinem Erwerb im Jahr 1835 als zusammenhängendes Ganzes zu sehen. Magische Sprüche für das Leben nach dem Tod“. Animationen und Projektionen erwecken die farbenfrohen Darstellungen und magischen Zaubersprüche zum Leben. Darüber hinaus werden Themen wie das Grab von Qenna und die Herstellung von Papyrus behandelt. Besonderes Augenmerk wird auf das Restaurierungsprojekt und die Ergebnisse der vorangegangenen Materialforschung gelegt. Die Ausstellung ist für Jung und Alt geeignet und kann vom 22. Juni bis zum 4. September 2022 besichtigt werden.

Caspar Reuvens, der erste Direktor des Rijksmuseums für Altertümer, erwarb das 17 m lange Totenbuch 1835 bei einer Auktion in London. Bald darauf wurde der Papyrus in achtunddreißig handliche Blätter geschnitten, was damals durchaus üblich war. In der Vergangenheit wurden meist nur einige wenige Blätter ausgestellt. Diese Sommerausstellung bietet die einmalige Gelegenheit, dieses außergewöhnliche Totenbuch in seiner Gesamtheit zu sehen.

Zaubersprüche für das Leben nach dem Tod

Das Buch der Toten wurde in den westlichen Hügeln von Luxor gefunden. Der Papyrus lag gefaltet über dem mumifizierten Körper eines ägyptischen Händlers namens Qenna, der um 1300-1275 v. Chr. lebte.

Wie alle Menschen im alten Ägypten hoffte auch Qenna auf ein ewiges Leben nach seinem Tod, im Jenseits bei den Göttern. Deshalb ließ er seinen Körper mumifizieren, und in seinem Grab wurde ihm eine Papyrusrolle mit vierzig magischen Sprüchen mitgegeben. Diese sollten ihm im Totenreich bei Prüfungen helfen, ihn vor Monstern schützen und ihn in ein mächtiges Wesen mit ewigem Leben verwandeln. Die Ausstellung folgt Qenna bei dieser Metamorphose und nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch Geschichten, Zaubersprüche, Götter und Symbole. Von rechts nach links, der Leserichtung eines Papyrus, erschließt sich ihre Bedeutung: von einer Hymne an die Götter und einem Feuersee bis hin zum Hof der Götter und dem Wiegen von Qennas Herz. Um zu beweisen, dass er ein gutes Leben geführt hat, darf sein Herz nicht schwerer sein als eine Straußenfeder. Ein Zauberspruch ruft den Gott Thot herbei, der Qenna dabei helfen soll.

Der Text des Papyrus beginnt mit dem Tageszyklus der Sonne in Form des Sonnengottes Re. Jeden Morgen wird er am Horizont neu geboren. Jede Nacht vereinigt sich die Sonne mit dem Gott Osiris im Reich der Toten – so wie Qenna selbst es sich wünschen würde. Dank des Papyrus kennt Qenna die Namen aller monströsen Aufseher und Torwächter, denen er auf seinem Weg begegnet. Erst wenn Qenna ihre richtigen Namen nennt, lassen sie ihn sicher passieren. Es gibt auch Zaubersprüche, um gefährliche Kreaturen zu besiegen, wie die vier Krokodile, die ihm seine magischen Kräfte zu rauben drohen, oder die Schlange Apep, den größten Feind des Sonnengottes Re. Am Ende des Papyrus kann Qenna sein ewiges Leben im Jenseits beginnen. Das Totenbuch schließt daher mit seinem Grab in den westlichen Bergen, wo die Arme der Göttin Hathor die Morgensonne über den Horizont schieben, als Zeichen eines neuen Anfangs.

Restaurierung und Forschung

Die Blätter wurden in den letzten zweihundert Jahren mehrfach repariert, aber es wurde festgestellt, dass Kleber und Papierschichten von älteren Restaurierungen selbst Schäden verursachen. Im Rahmen eines groß angelegten Restaurierungsprojekts (2018-2022) wurden diese daher fast vollständig entfernt. Danach wurden so wenig neue Ergänzungen wie möglich vorgenommen, um möglichst viel vom Originalpapyrus zeigen zu können. Alle kleinen losen Papyrusstücke und Pigmente wurden wieder angebracht, und die Blätter wurden schließlich zwischen zwei neue Glasplatten montiert. Auf diese Weise bleiben sie gut geschützt und können von beiden Seiten eingesehen werden.

Alle Blätter wurden von einem Team aus Restauratoren, Naturwissenschaftlern und Fotografen eingehend untersucht. Dies war notwendig, um den Zustand des Papyrus und aller alten Restaurierungen zu kartieren, und gab Aufschluss darüber, wie das Totenbuch hergestellt wurde. Mikroskopische Untersuchungen und Fotografien, einschließlich ultraviolettem und infrarotem Licht, wurden eingesetzt, um die verschiedenen Papyrusschichten, Tinten, Pigmente und alten Restaurierungen zu analysieren.

Das Forschungs- und Restaurierungsprojekt dieses Papyrus wurde durch einen finanziellen Beitrag der Rembrandt-Vereinigung (u.a. dank ihres Van der Klaauw-Fonds) ermöglicht. Das Nationale Museum für Altertümer wird von der Lotterie der Freunde unterstützt.

„Ägyptischer Sommer“ in Leiden

In diesem Sommer bietet das Nationale Museum für Altertümer eine breite Palette von Familienaktivitäten über das alte Ägypten an. Zeitgleich mit der Ausstellung über den Papyrus von Qenna werden im Wechselausstellungsraum im ersten Stock zwei weitere Ägypten-Ausstellungen für Jung und Alt gezeigt. Die neue Erlebnisausstellung „Abenteuer am Nil“ (3. Juli bis 2. September) ist eine interaktive Reise quer durch das Niltal, vom Mittelmeer bis tief nach Afrika. Darüber hinaus gibt es die Kinderausstellung „Auf der Suche nach Tutanchamun“, die nach dem Erfolg des letzten Jahres erneut zu sehen ist (3. Juli bis 2. September).

Der Papyrus von Qenna. Zaubersprüche für das Leben nach dem Tod“.

22. Juni – 4. September 2022 im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden.

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