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Das neue Leben des Pergamonaltars

Juli 24 Oktober 24

Eine Ausstellung im Winckelmann-Museum Stendal in Kooperation mit dem Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München.

Über 300 000 Besucher staunten, als sie im renommierten Puschkin Museum in Moskau erstmals in Originalgröße die Rekonstruktion des Ostfrieses des Pergamonaltars bewundern konnten. Drei Monate lang war das Kunstwerk ausgestellt. „Das ist in Stein gehauene Pantomime“ – ein gigantisches Theaterspiel. So sieht der russische Künstler Andrey Alexander das Weltkulturerbe der Menschheit. Andrey Alexander hat die fehlenden Friesteile mit fotokünstlerischen Mitteln ergänzt, die bisher leeren Flächen mit Leben und Bewegung gefüllt. Begleitende Filme sowie eine Licht- und Toninstallation boten den Besucher ein besonderes Erlebnis. Sportler, Tänzer, Schauspieler, antike Skulpturen – sie alle dienten als Mosaiksteinchen, um eine Idee zu realisieren: sich dem ursprünglich vollkommenen Zustand des Altars für das 21. Jahrhundert wieder anzunähern. Die fragmentierten Götter und Giganten bekamen plötzlich Gesichter, Hände, Schlangenleiber und Flügel. Sah er so aus der große Fries in Pergamon? Wahrscheinlich 40 Bildhauer haben einst das Monumentalwerk erschaffen. Was die Zeit zerstörte, fügte der Künstler und Pantomime wieder ein. Er besuchte Pergamon, dann sah der den Fries in Berlin und er fing an zu zeichnen. „Ich dachte damals, dass ich ein Wunder gefunden habe, ein Wunder, das nun mein Beruf geworden ist, denn der Altar ist auch eine Art Pantomime, er ist in Stein geformte Pantomime, das will ich rekonstruieren.“

Es begann ein langwieriges Puzzle. Alexander fotografierte sich selbst, in Moskau stellten Tänzer, Sportler und Schauspieler seine Posen nach. Tausende Fotos entstanden, die er wie Mosaiksteinchen zusammenfügte. Zusammen mit der deutschen Projektleiterin Angelika Gebhard machte er sich auf die Suche nach den Details: Köpfe, Kleider, Helme, Tierleiber, Posen. Fünf Jahre lang. Forscher aus dem Pergamon Museum, der Eremitage, der Winckelmann-Gesellschaft in Stendal oder aus dem Prado berieten den Künstler. Andrey Alexander versetzte sich in die Figuren des Frieses hinein, erfühlte sie und stellte Fragen.

Der Große Fries des Pergamon Altars ist… Ja, was ist er? Verstehen wir Menschen des 21. Jahrhunderts womit wir es zu tun haben? Warum gehört er zum großes Weltkulturerbe? Als im 19. Jahrhundert der Ingenieur Carl Human bei Grabungen zufällig auf die Überreste des legendären Pergamonaltars traf, öffnete sich ein Vorhang und ließ eine neue Welt unserer Vorfahren erahnen. Als deutsche Gelehrte damit begonnen haben, die Fragmente dieses monumentalen Werkes, in einer Länge von 113 Metern zusammen zu fügen, blieben viele leere Flächen. Was dort dargestellt war, konnte man nur vermuten. Andrey Alexander ist selbst Regisseur und Pantomime des plastischen Theaters. Seit vielen Jahren widmet er seine aufwendige Fotorekonstruktionsarbeit dem antiken Weltwunder und ist fasziniert von der Kraft, die dieser Götter- und Gigantenkampf ausstrahlt. Er schrieb: „Ich möchte mit meiner Rekonstruktion einen neuen Weg beschreiten, Kunst zu erleben. Kunst, die den Betrachter anregt, immer neue Fragen zu stellen, ohne sich dabei sicher zu sein, gültige Antworten zu finden.

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