Neues Leben für den „Ehegatten-Sarkophag“ am Valentinstag

Die ersten Messungen des Projekts bei der Vorstellung am Valentinstag.
Die ersten Messungen des Projekts bei der Vorstellung am Valentinstag. Foto: Etruskisches Nationalmuseum der Villa Giulia.

Vor der Vitrine des etruskischen „Ehegatten-Sarkophag von Cerveteri“ herrschte am Montag (14. Februar) – ausgerechnet am Valentinstag – großer Andrang, als dort das neue Projekt „MONALISA“ vorgestellt wurde. Hinter dem einprägsamen Namen verbirgt sich die Abkürzung „MONitoraggio Attivo e Isolamento da vibrazioni e Sismi di Oggetti D’arte“ (italienisch für „Aktive Überwachung von Kunstobjekten und Isolierung vor Erschütterungen und Erdbeben“) und dahinter wiederum eine außergewöhnliche Idee im Zusammenhang mit einem der berühmtesten Werke des Etruskischen Nationalmuseums der Villa Giulia in Rom.

Die anwesenden Journalisten konnten die ersten Messungen im Rahmen des nun gestarteten Projekts miterleben. Die dabei gewonnen Daten sollen dazu dienen, einen genau zugeschnittenen Antivibrationstisch zu konstruieren, durch den das etruskische Kunstwerk erdbebensicher gelagert und vor Erschütterungen geschützt wird. Diese innovative Lösung soll es dem etruskischen Paar ermöglichen, mit seiner zärtlichen Umarmung weiterhin der Zeit zu trotzen. Professor Luigi Sorrentino von der Universität La Sapienza in Rom erklärt: „In dieser Anfangsphase beschäftigen sich die Forscher mit der Beschreibung der Geometrie, dem Gewicht und der Gewichtsverteilung, indem sie etwa die Dicke der Stahlwände messen.“ Das weitere Vorgehen beschreibt Dr. Aurora Vincenti: „Zu den von den Forschern durchgeführten Maßnahmen gehört die Untersuchung der Anfälligkeit des Ehegatten-Sarkophags für die von Mensch und Umwelt erzeugten Schwingungen. Dies soll als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines dreidimensionalen Modells des Werkes dienen. Außerdem sollen die Schwingungen durch faseroptische Sensoren genau gemessen werden.“

Der Ehegatten-Sarkophag von Cerveteri.
Der Ehegatten-Sarkophag von Cerveteri. Foto: Etruskisches Nationalmuseum der Villa Giulia.

Gemeinsam mit Forschern der Universität La Sapienza in Rom (Koordinator: Prof. Luigi Sorrentino), des Forschungsinstituts ENEA (italienische Abkürzung für „Nationale Agentur für neue Technologien, Energie und nachhaltige Entwicklung“; Dr. Maria Aurora Vincenti und Dr. Paolo Clemente), der Universität Roma Tre (Prof. Fabrizio Paolacci) und dem Unternehmen Somma s.r.l. (Ing. Maria Chiara Castino) hat das Etruskische Nationalmuseum in der Villa Giulia bei einer öffentlichen Ausschreibung des staatlichen Förderprogramms „Lazio Innova“ den ersten Platz unter den förderfähigen Projekten im Wert von mehr als 187.000 EUR gewonnen.

Direktor Valentino Nizzo vom Etruskischen Nationalmuseum erklärte: „Das MONALISA-Projekt ist eine grundlegende Gelegenheit, neue Forschungs- und Innovationsfelder zu erschließen und die berühmteste Umarmung der antiken Kunst für die Zukunft zu sichern. Trotz ihrer scheinbaren Ruhe sind die „Ehegatten“ täglich belastet durch die Vibrationen der Eisenbahnen, Straßenbahnen und Fahrzeuge auf der nahegelegenen Via delle Belle Arti und zusätzlich durch den Eisenbahntunnel Roma-Viterbo. Dies ist ein Problem, auf das die zuständigen Behörden schon seit langem aufmerksam gemacht wurden und das, zumindest was den Ehegatten-Sarkophag anbelangt, dank dieses wichtigen Projekts endlich gelöst werden kann. Ich möchte daher allen Akteuren danken, den beteiligten Forschern sowie der Region Lazio, die einmal mehr von der Bedeutung des Museums überzeugt war und dem Projekt den ersten Platz zuerkannt hat.“

Nach Pressemitteilung des Museo Nazionale Etrusco

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