Kulturgüterschutz, Diversität, Klimawandel – Der Deutsche Archäologen-Verband bekennt sich zu gesellschaftlicher Verantwortung

Am 20. November 2021 hat der Deutsche Archäologen-Verband im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einen Verhaltenskodex verabschiedet. Die Mitglieder und der Vorstand verstehen es als Aufgabe des Berufsverbandes, mit dem Kodex seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen, da viele aktuelle gesellschaftlich relevante Themen auch im Arbeitsumfeld angegangen werden müssen. Der Deutsche Archäologen-Verband ist der erste Verband im Bereich der Archäologie, der mit einem Verhaltenskodex Position bezieht. Der Verband versteht es als seine Aufgabe, „ein Bewusstsein für die Erforschung und den Erhalt materieller Hinterlassenschaften und des kulturellen Erbes zu schaffen sowie darüber hinaus die Gesellschaft für ein differenziertes Verständnis von Vergangenheit und Gegenwart zu sensibilisieren, um an der Stärkung der Idee einer reflektierten offenen, gleichberechtigten und demokratischen Zivilgesellschaft mitzuwirken“ (Präambel § 2).

Breiten Raum nehmen in der Selbstverpflichtung der Kulturgüterschutz sowie der sensible Umgang mit menschlichen Überresten und Artefakten unklarer Herkunft ein. Schon seit Jahren stehen Publikationen solcher Objekte in der Kritik, da sie deren Marktwert steigern und dadurch Raubgrabungen und Antikenschmuggel lukrativer machen. Bisher oblag die endgültige Entscheidung über deren wissenschaftliche Veröffentlichung bei den Herausgeber*innen wissenschaftlicher Publikationen. Nun verpflichten sich die Mitglieder selbst, nur Objekte zu publizieren, die nachweislich aus legalen Quellen stammen.

Die Mitglieder stellen es sich weiterhin als Aufgabe, eine belästigungs- und diskriminierungsfreie Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sich die in der Archäologie tätigen Menschen unabhängig ihres Alters, Aussehens, Beeinträchtigungen, Erkrankung, Geschlechts, Herkunft, politischen Haltung, Religion, sexueller Orientierung sowie gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Status entfalten können.

Ebenso spricht sich der Verband dafür aus, Sitzungen von Arbeitsgruppen und Gremien nach Möglichkeit online abzuhalten und ruft die Mitglieder dazu auf, die Anreise zu Tagungen möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Bei der Organisation von Tagungen wird in Zukunft darauf geachtet werden, auch Klima- und Umweltaspekte mit in die Planung einzubeziehen.

Katja Lembke, die Vorsitzende des Deutschen Archäologen-Verbands, begrüßt den neuen Kodex: „Die rege Diskussion hat gezeigt, dass es vielen Mitgliedern ein Anliegen ist, Haltung zu zeigen. Wir möchten hiermit einen Beitrag zur Verbesserung des beruflichen Lebens der Archäologinnen und Archäologen leisten und freuen uns über die positive Rezeption des Verhaltenskodex.“

Nach einer Pressemeldung des DArV.


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