Eine seltene gallorömische Trompete in Bavay

Die Trompete, wie sie auf der Grabung entdeckt wurde.
Die Trompete, wie sie auf der Grabung entdeckt wurde (Foto: Nord Info).

Das ist ein Fund, der für Aufsehen sorgt! Bei den präventiven Ausgrabungen im Zusammenhang mit dem Bau der überdachten Wandelhalle des antiken Forums von Bavay entdeckten die Archäologen ein großes Musikinstrument, das ebenso selten wie gut erhalten ist.

In der Kryptoportikus des antiken Forums von Bavay waren es zunächst Blöcke aus blauem Kalkstein, die die Aufmerksamkeit der Archäologen der Abteilung auf sich zogen. In Anbetracht ihres Aufbaus waren sie offensichtlich nicht zufällig dorthin gelangt und hatten etwas zu verbergen.

Darunter fanden wir kleine Rohre aus Kupferlegierungen, ein kunstvolles Mundstück und weitere Fragmente“, erklärt Patrice Herbin, Leiter des Dienstes für Archäologie und Kulturerbe des Departements. Aneinandergereiht ergeben sie fast 2,70 m.

Das Horn ist zerlegbar und wurde sicherlich von der römischen Armee und bei religiösen oder offiziellen Zeremonien verwendet.

Es handelt sich wahrscheinlich um eine Votivgabe aus dem 3. oder 4. Jahrhundert, also nachdem das Forum als solches aufgegeben wurde“, so Patrice Herbin weiter. Mit anderen Worten: Die Trompete wurde sorgfältig in den Boden des Kryptoportikus eingelassen, als Opfergabe, die die Steinblöcke schützen sollten.

Abschnitt der Grabungsfläche.
Abschnitt der Grabungsfläche (Foto: Nord Info).

Eine seltene Entdeckung

Weniger als 48 Stunden nach der Entdeckung reisten vier Spezialisten aus Paris, Lyon und Rennes an, um das Objekt zu bewundern, das später in die Sammlungen des Museums aufgenommen werden soll, und um eine erste Diagnose zu stellen.

Für Christophe Vendries, Professor für römische Geschichte an der Universität Rennes 2, ist diese Entdeckung außergewöhnlich, da das Objekt in einem ganz besonderen Kontext gefunden wurde. Außerdem ist das Instrument vollständig und in einem sehr guten Erhaltungszustand.

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Tritonschnecke war Blasinstrument

Eine Untersuchung hat gezeigt, dass eine große Tritonschnecke aus der Masoulas-Höhle in den Pyrenäen das älteste Blasinstrument ihrer Art ist.

Es gibt keine Trompete aus der Antike, die alle diese Elemente aufweist, vom Mundstück bis zum Schallbecher. Es ist also ziemlich einzigartig.

Nur zwei gallorömische Trompeten wurden im 19. Jahrhundert in Frankreich gefunden, aber nach Angaben von Fachleuten wurden sie damals nur schlecht restauriert, und über den Kontext ihrer Entdeckung ist wenig bekannt.

Das in Bavay entdeckte Instrument ist in guten Händen. Es soll nach Paris zum Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France (C2RMF) geschickt werden, wo es geröntgt, gereinigt und analysiert wird.

Die Trompete wird von Spezialisten analysiert
Die Trompete wird von Spezialisten analysiert (Foto: Nord Info).

Benoit Mille, Archäo-Metallurge an der C2RMF, ist fasziniert von der Länge des Objekts, die viel größer ist als die früherer Entdeckungen, und vermutet Spuren von organischem Material auf dem Mundstück, die ein eindeutiges Indiz für die Datierung des Instruments darstellen würden.

Sibylle Emerit, Forscherin am CNRS und Spezialistin für alte Musik, ist ebenfalls überrascht von der kleinen Perlenverzierung auf dem Schallbecher des Instruments.

Bei der C2RMF wird die Zeit der Restaurierung jedoch genutzt, um die Trompete zu analysieren und besser zu verstehen.

Nach Pressemeldung von Nord Info.

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